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Pfalzbiber belohnen gute Leistung mit erstem Punktgewinn

17. September 2017



Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gemacht: Am vierten Spieltag der Saison 2017/2018 holt der TV Hochdorf seinen ersten Punkt in der 3. Liga Süd. Im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen II ringen die Pfalzbiber ihrem Gegner beim 30:30 einen Zähler ab. Bester Werfer der Pfalzbiber war Torben Waldgenbach mit neun Toren.

»Ich hatte unter der Woche eine verunsicherte Mannschaft im Training«, gab Hochdorfs Cheftrainer Stefan Bullacher nach Abpfiff zu. Kein Wunder: drei Niederlagen zum Saisonbeginn am Stück nagen definitiv am Selbstbewusstsein, ganz gleich, wie die Gegner hießen. Doch der TVH fand die passende Antwort, kämpfte sich nach durchwachsenem Start und Fünf-Tore-Rückstand wieder zurück und behielt einen verdienten Punkt in der Vorderpfalz.

In der Anfangsphase brachten die Pfalzbiber immer wieder ihren Rückraumschützen Torben Waldgenbach in Position, der nach etwas mehr als fünf Minuten schon vier Treffer erzielt haben sollte und auch im weiteren Spielverlauf noch zu einem der überragenden Akteure auf der Platte werden sollte. In den ersten sieben, acht Minuten der Begegnung taten sich die Junglöwen noch ein bisschen schwer, doch dann sollte die Mannschaft des Trainer-Duos André Bechtold / Michel Abt den Schalter umlegen und nach und nach zur spielbestimmenden Mannschaft werden. Bis zum Spielstand von 7:7 war die Partie noch ausgeglichen, doch dann zogen die Gäste erstmalig auf drei Tore Vorsprung davon.

Überschattet wurde die Partie in dieser Phase auch von der Verletzung von Hochdorfs Mittelmann Tim Götz, der mit Verdacht auf Handbruch ausfiel. Nach guten Anfangsminuten waren die Minuten fünf bis zwanzig jedoch zum Vergessen. In der Defensive fehlte den Pfalzbibern gegen die starken Akteure der Junglöwen der Zugriff; vorne brachten sie ihre Schützen nur noch selten in solch vielversprechende Positionen wie zu Spielbeginn.

Nach knapp 21 Minuten wurde Lars Röller am Kreis vergessen und netzte ohne Kontakt zum 9:14 aus Gastgeber-Sicht ein. Es war die erste Fünf-Tore-Führung der Badener. Nach dem 10:15 fingen sich die Hochdorfer aber wieder. War es am Anfang noch Torben Waldgenbach, der immer wieder zu »leichten« Torerfolgen aus dem Rückraum kam, schoss nun Arne Ruf besonders scharf aus der zweiten Reihe. In Kombination mit einem gesteigerten mannschaftlichen Auftreten hatte das zur Folge, dass die Vorderpfälzer plötzlich wieder auf einen Treffer rankamen und die Partie beim 15:17 zur Halbzeit wieder auf Augenhöhe geführt wurde.

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich der Aufwärtstrend der Pfalzbiber fort. Vor allem der Torwartwechsel hin zum routinierten Sebastian Bachmann tat der Mannschaft gut, die nun auch mehr und mehr an defensiver Stabilität gewann. Neben den Haupttorschützen Waldgenbach und Ruf, die gemeinsam 16 der 30 Treffer erzielten, konnten sich die Grün-Weißen immer wieder darauf verlassen, dass ein anderer in die Bresche sprang: zehn der elf eingesetzten Feldspieler hatten einen Torerfolg zu verzeichnen.

So war es nach einem gehaltenen Siebenmeter von Bachmann auch Vincent Klug, der nach dem Wegfall von Tim Götz besonnen Regie führte, der beim 20:20 den ersten Ausgleichstreffer seit der Anfangsphase markierte. Die Euphorie wurde jedoch immer wieder durch eigene Zeitstrafen getrübt; insgesamt sechs sprachen die Schiedsrichter im zweiten Durchgang gegen die Mannschaft von Stefan Bullacher aus. Doch es war gerade auch das Auftreten in der eigenen Unterzahl, das imponierte. Gäste-Trainer Michel Abt monierte später, dass sein Team die zwei Punkte in der eigenen Überzahl hergeschenkt hätte, weil der Zugriff gefehlt hatte. So nagelten die überragenden Halb-Angreifer Waldgenbach und Ruf, selbst bei drohendem Zeitspiel, einen Ball nach dem anderen unter die Latte.

Ausgerechnet Roy James, der jahrelang für die zweite Mannschaft des amtierenden Deutschen Meisters auflief, erzielte gegen sein Ex-Team dann beim 25:25 den erneuten Ausgleich, nachdem die Junglöwen wieder kurzzeitig davongezogen waren. Niklas Schwenzer besorgte wenig später die erste Führung seit Minute neun. Die Schlussphase war dann an Hektik und Dramatik nicht zu überbieten: Dreieinhalb Minuten vor Schluss bekam James wegen eines Wechselfehlers eine Zeitstrafe aufgebrummt; Tim Ganz legte beim 28:29 vor Schluss für seine Farben vor; im Gegenzug nahm sich Daniel Lanninger ein Herz und erzielte den ganz wichtigen Ausgleich. Nur wenige Sekunden später netzte Patrick Zweigner zur erneuten Gäste-Führung, doch Niklas Schwenzer konnte auch diese egalisieren. Dann brachte Sebastian Trost den Wurf im letzten Junglöwen-Angriff nicht auf das Tor, die Pfalzbiber rannten nach vorne und Vincent Klug spielte einen Pass ins Nichts. Glück jedoch: Stefan Bullacher hatte schon die Grüne Karte gelegt und Hochdorf blieb sieben Sekunden vor Ende in Ballbesitz. Der letzte Wurf war jedoch nicht konsequent genug herausgespielt, sodass Arne Ruf aus rund zwölf Metern scheiterte.

Dennoch: »Der Punktgewinn ist ein Schritt in die richtige Richtung«, weiß Bullacher. »Die Mannschaft hat heute kämpferisch alles rausgehauen. Deshalb hätte sie es einfach verdient gehabt, zu gewinnen, aber das Ergebnis geht absolut in Ordnung. Jede Mannschaft findet für sich etwa 20 Szenen, wo man sagen könnte: »Da hätten wir es entscheiden können.« Ich bin froh, dass wir im Vergleich zu den letzten Spielen einen großen Schritt nach vorne gemacht haben.« Nächste Woche gilt es dann nun, die ansteigende Formkurve zu bestätigen und sich mal mit zwei Punkten zu belohnen. Gute Voraussetzung: Nächste Woche hat der TV Hochdorf wieder ein Heimspiel. Zur gewohnten Uhrzeit um 18 Uhr am Samstag gastiert der starke Aufsteiger SV Salamander Kornwestheim im Sportzentrum.

Für den TV Hochdorf spielten: Schulte, Bachmann - Waldgenbach (9), Götz (2/2), Gerdon - Schwenzer (2), Lanninger (2) - Bühler (1) - James (3/2), Bayer (1), Ruf (7), Novo (1), Klug (2).

Für die Rhein-Neckar Löwen II spielten: Bauer, Boudgoust - M. Trost (5), S. Trost (5), Zweigner (2) - Bolius (8/4), Ganz (2) - Haider (4) - Schneibel, Braun, Röller (2), Meyer, Keller, Kessler (2).

Spielverlauf: 3:3 (6.), 5:3 (9.), 7:7 (15.), 8:11 (18.), 10:15 (22.), 14:15 (27.), 15:17 (HZ) - 17:20 (33.), 20:20 (37.), 21:23 (42.), 26:25 (51.), 27:28 (55.), 29:30 (58.), 30:30.

Zeistrafen: 12 Minuten — 4 Minuten

Siebenmeter: 5/4 - 6/4

Zuschauer: 350

(Von Tobias Faller, 17.09.2017)

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