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Nußloch findet in Max Schneider seinen Meister

17. April 2015

„Ich möchte mich bei den Nußlocher Fans bedanken, die dieses Spiel zu einem tollen Derby gemacht haben“, verabschiedete der Hallensprecher nach der Pressekonferenz die Leute im Hochdorfer Sportzentrum. Diese waren nur wenige Minuten zuvor Zeugen einer packenden Begegnung auf höchstem Niveau, die eigentlich alles zu bieten hatte.

Ein bisschen schockiert waren beide Trainer. Nußlochs Admir Kalabic vielleicht noch ein wenig mehr als Hochdorfs Benjamin Matschke. 29:26 hatte der TVH gerade den Tabellenzweiten aus dem Badener Land besiegt, nach furiosen 40 Minuten und einer Aufholjagd, die von vielen unschönen Aktionen auf beiden Seiten und ebenso vielen zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen geprägt war. „Die Schiedsrichter waren heute das dritte Team auf dem Platz!“, zeigte sich Kalabic frustriert, doch sein Gegenüber gab ihm Recht: „Sie hatten heute einfach keinen Zugriff auf das Spiel und waren vollkommen überfordert.“ Drei Rote Karten hatte das Gespann zuvor verteilt, erst an Jonas Kupijai, dann an Daniel Lanninger, zum Schluss noch an Stefan Jochim – drei Entscheidungen, bei denen eine Zwei-Minuten-Strafe in allen Fällen vollkommen ausgereicht hätte.

Nicht nur kämpferisch und durch Emotionen konnte dieses Spiel überzeugen, sondern auch spielerisch. Gerade der TVH begann gut, erspielte sich durch eine starke Abwehrleistung, die den starken Nußlocher Rückraum immer wieder zur Fehlwürfen zwang, aber auch durch ein couragierte Angriffsleistung mit vielen klug und lange ausgespielten Ballstafetten eine 12:7-Führung nach 20 Minuten. Die Gäste probierten es zunächst mit einer 3:2:1-Abwehr, hatten damit jedoch keinen Erfolg, weil vor allem der wendige Tim Beutler, der bereits im Hinspiel zehnmal erfolgreich war, mit dem physisch überlegenen, dafür aber auch wesentlich langsameren Philipp Müller, der bei der SG auf der Spitze deckte, Katz und Maus spielte, oft selbst traf und immer wieder Steffen Bühler in Szene setzte, der an seinem 30. Geburtstag acht Treffer erzielte und alle seiner sechs Siebenmeter eiskalt verwandelte.

Ein weiterer großer Vorteil auf Seiten der Hochdorfer war der Torhüter. Max Schneider brachte es im Gehäuse der Pfalzbiber auf 17 Paraden, während Kalabic zwischen die Pfosten stellen konnte, wen er wollte – Robbie Sowden, Sascha Gieger und Fabian Lieb erlebten allesamt einen Abend zum Vergessen. Während Top-Torjäger Pierre Freudl kein Treffer aus dem Feld gelang, waren es der starke Marco Widmann (fünf Tore), Linkshänder Adrian Fritsch und – wie bereits im Hinspiel – Linksaußen Sebastian Körner (beide vier), die ihre Farben im Angriff trugen. Jedoch konnten auch sie den 11:16-Pausenrückstand ihres Teams nicht verhindern. „In der ersten Halbzeit haben wir klasse gedeckt, da hatte Nußloch schlicht und ergreifend keine Chance“, befand Linksaußen Nick Beutler.

Nach der Pause stellte Nußloch die Verteidigung um und ließ eine sehr offensive 4:2 decken, die jedoch ihre Wirkung zeigen sollte. Tim Beutler war in seinem Bewegungsspielraum extrem eingeschränkt, auch Benjamin Hundt hatte seine Probleme. Die Angriffe wurden nicht mehr so konsequent ausgespielt, wie zu Beginn des Spiels, dazu häuften sich die technischen Fehler. Max Schneider hielt die SG in dieser Phase auf Distanz, allerdings bröckelte der einst komfortable Acht-Tore-Vorsprung gewaltig, als dem TVH die Luft ausging und Nußloch Tor um Tor wieder heran kam. Beim Stand von 26:23 hatte Nußloch sieben Minuten vor Schluss die Chance, auf zwei Treffer heran zu kommen und somit endgültig zurück in die Partie zu finden, jedoch nahm Mittelmann Frank Müller, der nie wirklich Zugriff auf das Spiel fand, einen unvorbereiteten Wurf, der nicht den Weg ins Tor fand. Auf der Gegenseite verwandelte Daniel Lanninger.

Das 27:23 sollte die Vorentscheidung gewesen sein, auch wenn Nußloch nochmal auf drei Treffer verkürzte und die genannten drei Roten Karten folgten. Es war sicherlich kein unverdienter Sieg für die Pfalzbiber, die über weite Strecken des Spiels das bessere Team waren, hinten raus jedoch extrem nachgelassen haben. Nach diesem anstrengenden Spiel hat Benjamin Matschke nun zwei Wochen Zeit, seine Jungs auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. Am 02. Mai besucht der abstiegsbedrohte TuS Fürstenfeldbruck den TVH in seinem Sportzentrum und wird alles daran setzen, die zwei Punkte mit in den Süden der Republik zu nehmen.

(tfh, 17.04.2015)

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