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Hochdorfer Hausaufgaben

07. September 2015

Hassloch. Die TSG-Anhänger unter den 1100 Zuschauern ließen die Haßlocher Pfalzhalle zum Tollhaus werden. „Ich habe nur darauf gewartet, dass bei Hochdorf irgendwann die Abwehr funktioniert“, sagte TSG-Rückraumspieler Sebastian Schubert nach dem Schlusspfiff noch immer ein bisschen staunend über den letztendlich leicht erkämpften Sieg. „Die Abwehr war in den vergangenen Jahren stets unser Prunkstück – aber diesmal waren wir immer einen halben Schritt zu spät“, analysierte TVH-Kreisläufer Steffen Bühler die Schwachstelle im Team. Von Beginn an war der TVH auf verlorenem Posten, war in Hälfte eins aber öfter kurz vor dem Ausgleich. Doch mit Fehlwürfen von Claus (18.) oder Lanninger (21., 23.), Lattentreffern (Lanninger, 24.) oder technischen Fehlern – bei einem von Tim Beutler eingeleiteten Konter trat Bühler beim Torwurf in den Kreis (13.) – brachten sich die Hochdorfer selbst ins Hintertreffen. „In der ersten Hälfte muss ich einiges auf meine Kappe nehmen“, gab Bühler zu. „Bei Haßloch ist alles gelaufen“, ergänzte Beutler.

Der Gastgeber ließ sich weder davon beirren, dass Niklas Schwenzer TSG-Spielmacher Peter Masica kurz deckte (17), noch davon, dass die weit vor der Abwehr agierenden Denny Purucker und Jan Claussen dem TSG-Rückraum das Leben schwer machen wollten (48.). „Da war’s schon vorbei“, sagte TVH-Trainer Marco Sliwa. Die TSG überstand sogar eine halbe Minute mit zwei Leuten in Unterzahl (48.), als Masica und Kai Zimmermann Zeitstrafen absaßen. Denn hinter der TSG-Abwehr waren zwei Torleute in Bestform: In den ersten 30 Minuten war Ilan Eigenmann ein sicherer Rückhalt. Nach der Pause löste ihn Neuzugang Daniel Schlingmann ab. „Er hat mal 15, 20 Minuten das Tor zugenagelt“, lobte ihn Eigenmann. Schlingmann hielt Würfe aus nächster Nähe: von Maximilian Labroue am Kreis (55.), von Purucker beim Gegenstoß (49.), von Dominik Claus aus dem rechten, direkt danach von Jan Claussen aus dem linken Rückraum (44.). „Unsere Torleute haben ein überragendes Spiel gemacht“, lobte TSG-Linkshänder Kai Zimmermann. „Die Abwehr hilft dem Torwart, der Torwart hilft der Abwehr – so sind wir zu unserem schnellen Spiel gekommen“, lautete die Analyse von TSG-Coach Admir Kalabic.

Gut funktioniert hat auch das Zusammenspiel zwischen Masica im Rückraum und Kreisläufer Sebastian Bösing. „Peter hat ein gutes Spielverständnis, weiß, wann er den Kreis anspielt und wann er selbst aufs Tor werfen muss“, freute sich Bösing. Das Spieltempo war während der gesamten 60 Minuten hoch. „Aber wir haben das Tempo nicht richtig angenommen“, kritisierte Tim Beutler. 

Sein Teamkollege Bühler jedoch schränkte ein: „Das Tempo war so, wie man es in der Dritten Liga erwarten kann.“ Admir Kalabic indes machte sich wegen des Tempos keine Sorgen: „Konditionell kann uns nichts passieren.“ Doch war er nicht mit allem zufrieden, sprach von „zwei Dummheiten im Angriff“, als zwei TSG-Spieler zusammen Zeitstrafen absitzen mussten. Die Hochdorfer indes schauen nach vorne. „Wir haben ein paar Hausaufgaben auf“, sprach Bühler das Thema Abwehr an.

(Von Sabine Dean, Die Rheinpfalz, 07.09.2015)

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