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Hochdorf unaufhaltsam: 32:25-Gala gegen Leutershausen

20. April 2016

Das Duell der beiden Mannschaften der Stunde, der TV Hochdorf gegen die SG Leutershausen, konnte der TVH klar für sich entscheiden. Nach einer bärenstarken Leistung am ungewohnten Mittwoch Abend stand nach der Schlusssirene ein 32:25 für die Pfälzer auf der Anzeigetafel.

Es ist die erste Niederlage für die SG Leutershausen seit Dezember 2015. Diese Serie machte sogar den Aufstiegskampf noch einmal spannend; durch die Niederlage der SGL feierte die HSG Konstanz vom Sofa aus schlussendlich trotzdem den Aufstieg in Deutschlands zweithöchste Spielklasse. Leutershausen war klar die unterlegene Mannschaft, während Marco Sliwa und seine Mannschaft in der Liga weiter Eindruck hinterlassen. »Hochdorf muss man auf einer Stufe mit Leutershausen und Konstanz nennen«, lobte SGL-Cheftrainer Marc Nagel die Pfalzbiber, und kostatierte konsterniert: »Die Niederlage geht auch in dieser Höhe in Ordnung!«

Dabei sah es zu Beginn der Partie noch so aus, als könnte der Abend für den TV Hochdorf ein ganz unangenehmer werden. Nagel bot im Rückraum mit Valentin Spohn, Philipp Bauer und Stefan Salger zwei 19- und einen 18-Jährigen auf, die jedoch alle eine überragende Physis mitbringen, was der TVH-Abwehrreihe massive Probleme bereitet. Vor allem der ehemalige Friesenheimer Bauer fand immer wieder die Lücke im Hochdorfer Defensivverbund. Dazu kam, dass die Hochdorfer unter der kleinlichen Linie der Schiedsrichter litten und in der ersten Viertelstunde fast nie Sieben-gegen-Sieben gespielt wurde. 26 Strafminuten verteilten die Referees insgesamt. Beim Stand von 5:9 nach 15 Minuten schwing das Momentum dann aber langsam in Richtung Gastgeber um. Nachdem Niklas Schwenzer mit einem Siebenmeter an SGL-Schlussmann Alexander Hübe scheiterte, seine Vorderleute aber die Chance verpassten, auf fünf Treffer davonzuziehen, läutete Alexander Falk mit seinem Tor zum 6:9 den ersten großen Lauf der Pfalzbiber in dieser Partie ein. Die Abwehr stabilisierte sich mit der Hereinnahme von Christopher Klee extrem; Leutershausen, bei denen zuvor fast jeder Angriff zu einem Tor führte, blieb fast zehn Minuten ohne Feldtor, was der TVH mit einem 5:0-Lauf bestrafte und sich beim 10:9 die erste Führung erarbeitete. Bis zur Halbzeitpause konnte diese auf 15:12 ausgebaut werden.

In den Minuten vor und auch nach der Pause bestach der TV Hochdorf durch den Handball, der ihn in den vergangenen Wochen ausgezeichnet und auch erfolgreich gemacht hatte. Denn sobald die Pfalzbiber etwas aufs Tempo drückten und konsequent in die erste und zweite Welle gingen, hatten die Roten Teufel nichts mehr entgegenzusetzen. Hinten stand der 6:0-Verbund mit der Zeit immer besser und rührte phasenweise Beton an, was Marco Sliwa beim Trainergespräch nicht unerwähnt lassen wollte, und zeigte sich auch variabel, etwa als man mit einem vorgezogenen Spieler die Kreise der SGL-Shooter (erfolgreich) einschränken wollte. Nach dem Seitenwechsel versuchte es auch Marc Nagel mit einer offensiven Deckung und schickte gleich zwei Mannen nach vorne. Die Hochdorfer Rückraumspieler, allen voran Jan Claussen, der mit neun Treffern zum besten Torschützen des Spiels avancierte, zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt und zogen ihre Linie gnadenlos durch. Die SGL ließ sich aber im Stile eines Top-Teams nicht abschütteln und hatte dann doch immer mal wieder eine Antwort parat, sodass man bis zehn Minuten vor dem Ende — beim Stand von 22:25 — in Schlagdistanz blieb.

Im Hinspiel war es noch so, dass der TVH in der Schlussphase einbrach und den Sieg verspielte, nun war es jedoch die SGL, die in den letzten Minuten der Begegnung das Nachsehen hatte. Denn die Pfalzbiber ließen sich überhaupt nicht von der entstehenden Hektik anstecken und legten Treffer um Treffer nach, während die Einzelaktionen von Spohn, Bauer, Geppert und Co. im Block, in den Händen von Sandro Sitter oder neben dem Tor landeten. Das Spiel hätte gemütlich ausklingen können, allerdings kam es drei Minuten vor dem Ende nach einem groben Foulspiel vom zuvor schon als übermotiviert aufgefallenen Jochen Geppert an Christopher Klee zu einer Rudelbildung, an der alle auf dem Feld befindlichen Spieler der beiden Teams beteiligt waren, die jedoch nur Konsequenzen für Geppert (Rote Karte) und Niklas Schwenzer (Zeitstrafe) nach sich zog. 

32:24 war der TVH schon vorne, ehe 2,07m-Hüne Stefan Salger den 32:25-Endstand herstellte. Der TV Hochdorf bleibt damit weiterhin seit November in eigener Halle ungeschlagen und ist jetzt auch ganz offiziell das beste Team dieses Kalenderjahres. Diese beiden Dinge sollen auch am kommenden Samstag so bleiben, wenn die HSG Konstanz — das Team, dem die Pfalzbiber heute noch Schützenhilfe gaben — im Sportzentrum gastiert. Dann sollen keine Geschenke verteilt werden, sondern zum Abschluss der Saison ein Sieg mit den Fans gefeiert werden. 

Was Marco Sliwa und Steffen Schneider in den vergangenen Wochen und Monaten geleistet haben, lässt sich nur mit dem Wort »bemerkenswert« beschreiben. Der Auftritt heute und auch alle anderen in den letzten Wochen ist nichts im Vergleich zum bescheidenen Saisonauftakt gegen Teningen oder in Haßloch. Der TVH spielt den wahrscheinlich attraktivsten Handball der Liga, stellt mit 827 Toren die beste Angriffsreihe der Liga, die auch gegen die beste Defensive der Liga bestand (kein Team hat gegen die SGL in dieser Saison mehr Tore erzielt als der TVH in diesem Spiel), scheint zurzeit mit allen Gegebenheiten klar kommen zu können und wird die Spielzeit 2015/2016 trotz allen Widrigkeiten wohl wieder auf dem dritten Tabellenplatz beenden. Dass diese Form vom Saisonende in anderthalb Wochen unterbrochen werden wird, ist sehr schade. Deshalb aber noch einmal der Aufruf, die letzte Chance, unsere Mannschaft daheim spielen zu sehen, zu nutzen! Samstag, 19 Uhr, gegen den künftigen Zweitligisten HSG Konstanz — wir erwarten volles Haus! 

Für den TV Hochdorf spielten: Sitter, Schulte — Claussen (9), T. Beutler (4), Lanninger (4) — Schwenzer (2/1), Falk (4) — Bühler (7/3) — Labroue, Klee (1), van Marwick, Matschke, Job (1), Unger.

Für die SG Leutershausen spielten: Hübe, Lazaro Garcia — Spohn (4), Bauer (4), Salger (2) — Wilde (4), Pfattheicher — Volk (3) — Wetzel, Räpple (5/5), Lierz, Geppert (3), Conrad, Karpstein.

(Tobias Faller, 20.04.2016)

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