Facebook

Hochdorf ist für Sturm auf Platz zwei gewappnet

08. Mai 2015

Am vergangenen Dienstag klingelte auf der Geschäftsstelle des TV Hochdorf das Telefon. Eine Dortmunder Vorwahl. „Es wird doch nicht die Borussia sein, die bei unserem Trainer um seine Dienste anheuert?“, scherzten die Anwesenden. Die Ungewissheit legte sich, als sich ein Vertreter des DHB an der anderen Leitung meldete. Schließlich befindet sich der TV Hochdorf nur einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten SG Nußloch und könnte bei einem Sieg am Wochenende in der Goldstadt Pforzheim und einem gleichzeitigen Unentschieden oder einer Niederlage der SGN auf den Vizemeisterplatz in der 3. Liga Süd klettern. Das hätte zur Folge, dass die Pfalzbiber ein Anrecht auf die Relegation um den Aufstieg in die zweite Liga hätten. In diesem Jahr findet diese Relegation in Dresden statt, wo die Handballfreunde Springe, der HC Elbflorenz und der VfL Eintracht Hagen auf den Vertreter aus der Staffel Süd warten. In diesem Jahr wohl leider vergeblich. Schließlich haben die beiden Hauptanwärter auf den Aufstieg, die SG Leutershausen und die SG Nußloch, schon frühzeitig verkünden lassen, dass der Aufstieg in diesem Jahr zu früh wäre. Somit rückt der TV Hochdorf in das Interesse des Deutschen Handballbundes. Ein oder zwei Spielzeiten zu früh, weshalb man dankend, aber auch mit Stolz, das Angebot ausschlug.

Zweifelsohne eine Bestätigung für die lange und kontinuierliche Arbeit, die man seit Jahren beim TV Hochdorf leistet. Nichtsdestotrotz hätte der Anruf auch schon ein paar Wochen früher kommen können, wären da nicht die zahlreichen Verletzungen gewesen, die man in dieser Spielzeit hinnehmen musste. Fast jeder Spieler der Pfalzbiber hatte in dieser Saison den einen oder anderen Termin beim Sportmediziner. Nur Tim Beutler und Stefan Job fehlten maximal bei einem Pflichtspiel. Auf andere Leistungsträger, wie Jonas Kupijai, Steffen Bühler, Jan Claussen, Benny Hundt oder Dominik Claus musste das Trainerteam Matschke/Hoffmann sogar wochenlang verzichten. Ganz zu schweigen von den Langzeitverletzten Chris Klee und Dominic Seganfreddo, die ihrem Team nur kurz helfen konnten. Die Verletzungen zum Rundenabschluss: Schwenzer (Bänderriss), Nick Beutler (Kreuzbandriss) und Daniel Lanninger (Achillessehnenentzündung) bringen das Fass fast zum Überlaufen. Welche Platzierung drin gewesen wäre, ohne die Vielzahl an Verletzten, lässt sich erahnen.

Aber trotzdem fährt der TV Hochdorf am kommenden Samstag als Tabellendritter, als Favorit und als Anwärter auf den zweiten Tabellenplatz ins 80 Kilometer entfernte Pforzheim, um das letzte Mal in der Saison 2014/2015 um zwei Punkte zu kämpfen. Um diese Aufgabe mit Bravour zu meistern, muss bei der Mannschaft um Kapitän Steffen Bühler einmal mehr die Abwehr ihre Standhaftigkeit unter Beweis stellen. Mit Florian Taafel und Nils Brandt spielen bei der TGS zwei wahre Tormaschinen im Rückraum. Diese beiden Spieler haben auch großen Anteil daran, dass die TGS Pforzheim früh schon nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatte. Auf Rang neun befinden sich die Goldstädter im, oft genannten, Niemandsland der Liga. Trotzdem kein Grund, wieso die Punkte in der heimischen Fritz-Erler-Sporthalle verschenkt werden sollten.

Schließlich will man sich mit Anstand aus der Saison verabschieden. Mit Anstand verabschieden wollen sich auch die Spieler des TV Hochdorf, die nach dieser Saison den Verein verlassen werden. Emotional wird es sicherlich für den lang gedienten Benny Hundt, der nach sechs Jahren zum TV Großsachsen wechselt, aber auch Spieler wie Max Schneider und Jim Rüther werden vorerst das letzte Mal das Hochdorftrikot überstreifen. Grund genug auch für die Fans des TV Hochdorf, die Reise nach Pforzheim auf sich zu nehmen, um die Mannschaft gebührend in die Sommerpause zu verabschieden.

(vzd, 06.05.2015)

Athlet Stiftung AXA Deller Mühlen Erima Gey Personal Görtz Bäcker Nigro Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG sat-europe VR Bank
Aktuelles