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Ein starker Rückhalt

13. August 2015
Hochdorf-Assenheim. Maximilian Bender hat fünf Jahre bei der TSG Friesenheim gespielt – zuletzt mit mehr Frust als Lust. Nun ist der Torhüter zum Handball-Drittligisten TV Hochdorf gewechselt – und hat wieder mehr Lust.

Der Seitenhieb kam direkt. „Ich hätte machen können, was ich wollte. Ich hätte nie die Chance bekommen, die Nummer eins bei der TSG Friesenheim zu werden“, kritisierte Bender seinen Ex-Trainer Thomas König: „Ich hatte mich immer voll reingehängt.“ Der 25 Jahre alte Maximilian Bender trug fünf Jahre lang das Trikot des Handball-Bundesligisten TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Doch in den fünf Jahren hatte es der Torhüter nicht geschafft, an Kevin Klier vorbeizuziehen. Dabei hatte Bender immer sehr stark gehalten, wenn er Klier ersetzen musste. Das hat auch immer König so gesehen. Doch König hielt an Klier fest. Das war für Bender der Grund, die TSG zu verlassen und zum TV Hochdorf zu wechseln. Denn irgendwann kamen ihm die Durchhalteparolen von König unglaubwürdig vor. „Ich bin froh, dass ich nun wieder einen Trainer habe, der mir ehrlich sagt, was er denkt und bei dem ich weiß, woran ich bin“, sagt Bender.

Dieser ehrliche und respektvolle Umgang tut Bender sichtlich gut. Denn er war nah dran gewesen, ganz mit dem Handball aufzuhören, gibt der Student der Wirtschaftswissenschaften zu. So sehr haben ihn die letzten Monate in Friesenheim demoralisiert. In Hochdorf kam der Spaß am Handball wieder zurück – und zwar sehr schnell. Bender gefällt es so gut, dass er schon vor dem ersten Ligaspiel ein Treuebekenntnis gab. „Ich werde nicht mehr groß den Verein wechseln“, sagt er. Damit wird dem ambitionierten Drittligisten für die kommenden Jahre ein hervorragender Torhüter zur Verfügung stehen – vielleicht der Beste in der dritten Liga. 

Maximilian Bender hat eine exzellente Ausbildung genossen. Er wurde 2008 mit der A-Jugend der SG Kronau-Östringen deutscher Meister und mit der Jugend-Nationalmannschaft im gleichen Jahr Europameister. Weil aber bei den Mannheimer Rhein-Neckar-Löwen starke Torhüter im Kader standen, entschloss sich Bender 2010 zur TSG Friesenheim zu wechseln. Dort hatte er aber Kevin Klier vor der Nase. Der wiederum ist einer der besten Torhüter der zweiten Liga. Weil Klier dann 2013 vorzeitig bis 2017 seinen Vertrag verlängerte, sank für Bender die Chance, irgendwann als Nummer eins bei den „Eulen“ im Tor zu stehen. Das war aber sein Ziel. 

In Hochdorf wird er die Nummer eins sein. Dafür jedoch bei einem Verein, der eine Liga tiefer spielt als die TSG. Bender sieht seinen Wechsel aber nicht als Rückschritt an. „Das ist ein Fortschritt“, sagt er vielmehr: „denn ich habe wieder richtig Spaß am Handball.“ Der Transfer zum Friesenheimer Kooperationspartner hatte auch berufliche Gründe. Bender macht derzeit seinen Master in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und ist zugleich Werksstudent bei SAP. 20 Stunden in der Woche arbeitet er bei dem Software-Konzern. „Da ist es schwierig, täglich zu trainieren“, betont Bender: „Zweimal die Woche geht, mehr ist nicht drin.“ Aber auch mit zweimal Training in der Woche hat Bender die Klasse, für den TVH ein starker Rückhalt zu werden. Schließlich ist das Saisonziel ambitioniert. „Wir können vorne mitspielen“, sagt Bender.

(Von Marek Nepomucky, Die Rheinpfalz, 13.08.2015)

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