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Das Wunder von Nußloch

23. November 2014

tfh – 22.11.2014

Es gibt sie doch noch, die Wunder. Eines davon ereignete sich am Samstagabend in Nußloch, als der TV Hochdorf trotz übler Verletzungssorgen den Liga-Primus SG Nußloch in deren Halle mit 35:29 besiegen konnte. So recht hatten die Handballer des TV Hochdorf wohl selbst nicht dran geglaubt, dass sie bei der SG Nußloch punkten könnten. Zu schlecht waren die Vorzeichen: Jonas Kupijai, Christopher Klee, Benjamin Hundt, Dominic Seganfreddo und Tim Doppler waren nicht einsatzbereit, es standen zuletzt drei sieglose Spiele in Serie zu Buche und mit der SG Nußloch traf man auf einen ambitionierten Aufsteiger, der sich wohl nicht ganz unberechtigte Hoffnungen auf den Durchmarsch in die zweite Liga machen kann. Doch wie sich die Mannschaft von Benjamin Matschke zumindest für einen Spieltag aus dieser Formkrise befreite, ist mehr als nur beeindruckend. Denn von Anfang an signalisierten die in Weiß spielenden Hochdorfer: „Eure Hallen-Einweihungsparty wollen wir euch vermiesen“. Defensiv überraschte Matschke seinen Gegenüber Admir Kalabic mit einer offensiven 4:2-Deckung, bei der Dominik Claus und Max Labroue die Laufwege von den beiden besten Nußlocher Spielern, Pierre Freudl und Frank Müller, extrem einschränkten. Offensiv spielten die beiden Rückraumspieler Jan Claussen und Tim Beutler mit der sonst so soliden und erfahrenen SG-Deckung Katz und Maus, was Kalabic ebenfalls früh zum Handeln zwang; er wollte Claussen durch eine enge Deckung aus dem Spiel nehmen, was über weite Strecken auch gelang, aber Beutler war eigentlich nicht zu stoppen. Neun Tore erzielte der schnelle Mittelmann in diesem Spiel und wurde so zum X-Faktor in diesem bis zum Ende engen Spiel. Zu den taktischen Raffinessen beider Trainer gehörte auch das Einwechseln des siebten Feldspielers. Während der TVH erst gegen Ende der Partie Daniel Lanninger mit dem gelben Leibchen ausstattete, spielte die SG eigentlich de komplette zweite Halbzeit über zu siebt. Dass das nicht immer gut gehen kann, bewiesen Steffen Bühler und Niklas Schwenzer, die jeweils einen Treffer aus der eigenen Hälfte erzielen konnten. Für Unverständnis auf Nußlocher Seite und einen Lacher auf Hochdorfer Seite sorgte SG-Coach Kalabic, als er kurz vor Ende des Spiels ein Timeout nahm, obwohl im Tor des TV Hochdorfs nicht etwa Sandro Sitter oder der bärenstarke Max Schneider stand, sondern Daniel Lanninger, der nach einem eigenen Tor keine Zeit zum Wechseln hatte. Die definitiv bessere und vor allem kämpferisch stärkere Mannschaft hat ein offensiv geprägtes, aber trotzdem sehr, sehr starkes und vor allem ansehnliches Handballspiel gewinnen können. Dem A-Jugend-Spieler Björn van Marwick, der aufgrund der Verletzungssorgen sein Drittliga-Debüt feiern durfte, blieb es vorenthalten, mit der Schlusssirene den 35:29-Endstand zu erzielen, auch wenn es im Live-Ticker von SIS Handball fälschlicherweise als Treffer für Tim Beutler gewertet wurde.

Auf ein solches Spiel kann Benjamin Matschke aufbauen. Mit der bislang stärksten Saisonleistung hat sich der TV Hochdorf eindrucksvoll zurück gemeldet. Bereits am kommenden Freitag gastierte die Reserve des Bundesligisten HBW Balingen/Weilstetten im Hochdorfer Sportzentrum, und die Mannschaft von Eckard Nothdurft ist traditionell ein sehr unangenehmer Gegner. Deshalb braucht unsere Mannschaft auch in diesem Spiel wieder den achten Mann, damit es wieder heißen kann: UNSERE FESTUNG STEHT, FEUER FREI!

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