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Azubi mit Vorschusslorbeeren

22. Juli 2015

HOCHDORF-ASSENHEIM. Pascal Kirchenbauer gehört zu den erfahrensten U19-Nationalspielern in Deutschland. An dem Handballer hatten deshalb einige Vereine Interesse. Die TSG Friesenheim jedoch machte das Rennen – und der TV Hochdorf im Schlepptau.

Pascal Kirchenbauer hatte die Wahl. Die SG BBM Bietigheim oder die TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die beiden Bundesliga-Absteiger, buhlten um ihn. Kirchenbauer entschied sich für die Pfalz. Die Möglichkeit, beim Kooperationspartner der TSG, dem Drittligisten TV Hochdorf, viel Spielpraxis zu bekommen, überzeugte den Nationalspieler. „Bei Bietigheim hätte ich ein Zweitspielrecht bei meinem bisherigen Verein in Pforzheim erhalten. So kann ich nach der Oberliga in der letzten Saison jetzt doch den nächsten Schritt in die nächsthöhere Klasse machen“, sagt der Rückraumspieler, „es sind sehr viele junge Spieler da. Beide Vereine setzen auch auf sie.“Die funktionierende Kooperation, aber auch die Freundschaft zu Dominik Claus waren weitere Gründe für einen Wechsel in die Pfalz. Zuletzt musste Kirchenbauer aber wegen eines Ermüdungsbruchs am rechten Wadenbein pausieren, den er sich im Viertelfinale der deutschen A-Jugend-Meisterschaft gegen die Füchse Berlin zugezogen hatte. Wegen der Blessur verpasste er die Teilnahme beim Vier-Nationen-Turnier in Lübeck mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes. Auch bei der in dieser Woche stattfindenden Testspielreise nach Doha ist er nicht dabei. Dennoch glaubt der in Langensteinbach, einer 6363 Einwohner zählenden Gemeinde zwischen Pforzheim und Karlsruhe, wohnende Rückraumspieler noch an seine Chance, bei der Weltmeisterschaft vom 8. bis 20. August in Jekaterinburg für Deutschland zu spielen. Mit knapp 30 Länderspielen gehört er immerhin zu den erfahrenen Akteuren in der U 19-Auswahl.

Das ist in Hochdorf oder Friesenheim noch nicht der Fall. Doch TVH-Trainer Marco Sliwa sagt über den 1,93 Meter langen und 89 Kilogramm schweren Soldaten der Sportförderkompanie Warendorf: „Er hat das Potenzial für nach oben.“ Der Weg nach oben ist allerdings beschwerlich, besonders für einen Spieler, der aus der Jugend zu den Aktiven stößt. Deshalb trainiert Kirchenbauer derzeit zweimal täglich: vormittags bei der TSG Friesenheim, dam Abend beim TV Hochdorf.

Bald wird der Abiturient nach Ludwigshafen oder Mannheim umziehen. Er will zum Wintersemester an der Universität Mannheim Wirtschaftspädagogik studieren. „Zwar hat der Handball für mich eine etwas höhere Priorität, mir ist es aber auch wichtig, etwas für die Birne zu tun“, sagt er augenzwinkernd. Im Handball lassen sich eben keine Millionen wie im Fußball verdienen.

(Von Jochen Willner, Die Rheinpfalz, 22.07.2015)

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