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Alle Nackenschläge weggesteckt

24. Juni 2015

Handball: Der TV Hochdorf hat sich in der Dritten Liga einen Namen gemacht und bei der Konkurrenz Respekt verschafft. In der abgelaufenen Saison sind die Pfälzer wieder Dritter geworden und haben die Relegationsspiele nur knapp verpasst. Die gute Platzierung überrascht, denn die Hochdorfer mussten zahlreiche Ausfälle wegstecken. Eine Saisonbilanz.

Von Jochen Willner
 

HOCHDORF-ASSENHEIM. Trotz des enormen Verletzungspechs hat Handball-Drittligist TV Hochdorf den dritten Platz aus der Saison 2013/14 wiederholt. Dabei schnupperten die „Pfalzbiber“ zeitweise sogar am Relegationsplatz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Zweiten Liga berechtigt. Mit 39:21 Punkten war es die bisher erfolgreichste Runde seit dem Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse. Die Sehnsucht nach dem Ende der Saison 2014/2015 war ziemlich groß. Das hatte einen besonderen Grund: Die Verletztenmisere beim Drittligisten war noch nie so gravierend wie in den vergangenen Wochen und Monaten. Kein einziger Spieler des TV Hochdorf bestritt in der abgelaufenen Spielzeit alle 30 Begegnungen. Deshalb ist es schon erstaunlich, dass die Mannschaft um Trainer Benny Matschke mit dem dritten Platz eines ihrer beiden Saisonziele erreichte. Am Ende fehlte nur ein Zähler zu Rang zwei.

„Ich war von der Qualität der Mannschaft überzeugt, und die Jungs haben an sich geglaubt. Der dritte Platz kann nicht hoch genug bewertet werden“, sagte Matschke. Auch deswegen, weil ihm in der letzten Trainingswoche vor dem Saisonende mit Niklas Schwenzer (Außenbandriss im Fuß) und Nick Beutler (Kreuzbandriss) gleich beide Linksaußen nicht mehr zur Verfügung standen. Damit setzten sich die Hiobsbotschaften auch im letzten Saisondrittel fort. Alle Akteure fielen in der abgelaufenen Saison mindestens zwei bis drei Wochen aus. Jonas Kupijaj (Muskelfaserriss am Bauch), Steffen Bühler (Fußbruch) und Benny Hundt fehlten sogar bis zu sieben Wochen.

So gesehen, war es eher eine verkorkste Saison. Beispielhaft für das Pech ist der Ausfall von vier Torhütern, was zur späten Verpflichtung von Sandro Sitter führte. Dennoch schaffte die Mannschaft in einer starken Liga einen kaum erwarteten dritten Platz. Auf der Zielgerade überraschten die „Pfalzbiber“ mit drei Siegen in Folge. „Wir standen Woche für Woche wegen unterschiedlicher personeller Konstellationen vor immer neuen Herausforderungen“, betonte Matschke. „Das war auch für mich als Trainer eine völlig neue Erfahrung.“

Mit 24:10 Punkten war Hochdorf die beste Rückrundenmannschaft der Liga. In der Auswärtstabelle belegte das Team mit 17:13 Zählern den dritten Rang. Dies auch deswegen, weil die Grün-Weißen nach den Ausfällen ihrer Leistungsträger nicht nur zusammengerückt sind, sondern auch die letzten Reserven mobilisierten und gerade auswärts punkteten. Einziger Wermutstropfen war die mäßige Heimbilanz. Erstmals steckte der TVH vor heimischem Publikum drei Niederlagen ein (Konstanz, Großsachsen, Kronau-Östringen). So wurde das zweite erklärte Saisonziel – keine Heimniederlage – nicht erreicht. „Das bleibt aber weiter das Ziel des TVH“, verdeutlichte der Trainer.

Auffällig war, dass die Spielweise der Grün-Weißen eher auf den Rückraum fokussiert war. Das schnelle Tempo- und Umschaltspiel nach vorne, einst eine Stärke, wurde zwar nicht vernachlässigt, klappte aber nicht mehr so gut. Matschke suchte nach diversen Alternativen, da außerdem das eine oder andere Spiel in der Vergangenheit in der Schlussphase verloren ging. Das war in der abgelaufenen Saison nicht mehr der Fall. Das lag auch daran, dass der Coach für jede Partie einen strukturierten Matchplan parat hatte und seine Mannschaft gut auf die Spielweise des Gegners einstellte. Hochdorf machte aus seinen Möglichkeiten das Beste.

Als „Mister Zuverlässig“ gilt Kapitän Steffen Bühler. Der 30 Jahre alte Familienvater ging voran, war in der Abwehr stark und im Angriff schwer zu bremsen. Mit Stefan Job bildete er wohl das stärkste Kreisläufer-Duo der Liga. Als Entdeckung der Saison kann Maximilian Labroue bezeichnet werden, der nach einjähriger Verletzungspause zur alten Klasse zurückfand. Aber auch Nick Beutler, der nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Leistungssprung machte. Das Individualtraining des Trainers mit den Außenspielern und Kreisläufern machte sich positiv bemerkbar.

Erfolgreichster Torschütze war erneut Jonas Kupijaj mit 131 Toren. Die Marke von 100 Treffern überschritten auch Steffen Bühler (118) und Jugendnationalspieler Dominik Claus (103), der nach der U18-Europameisterschaft schnell zum Leistungsträger reifte. Tim Beutler kam auf exakt 100 Tore. Vermissen wird Hochdorf künftig Jonas Kupijaj. Der 26 Jahre alte Rechtshänder schließt sich Bundesliga-Absteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim an. Seine Lücke soll Christopher Klee schließen, der nach fast einjähriger Verletzungspause einen Neuanfang wagt. Zudem wurde Linksaußen Robin Unger verpflichtet.

(Die Rheinpfalz, 24.06.2015)

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