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"Wir haben eine sehr gute Qualität im Kader"

17. August 2015

Interview: Der eine, Admir Kalabic (46), zuletzt bei der SG Nußloch, ist erfahren als Trainer und führt den Aufsteiger TSG Haßloch in die Dritte Handball-Liga Süd. Der andere, Marco Sliwa (31), hat in seinem ersten Trainerjahr einen Titel mit der zweiten Hochdorfer Mannschaft gewonnen und ist nun Chefcoach beim TVH. Ein Gespräch über Rivalitäten, Visionen und Überraschungen.

Herr Sliwa, am Samstag haben Sie im DHB-Pokal gegen Zweitligist BBM Bietigheim 26:36 verloren. Ist die Generalprobe geglückt oder misslungen? Ich konnte gut schlafen, denn wir haben 45 Minuten lang gut mitgehalten. Dann verließen uns die Kräfte, weil wir nur mit acht Feldspielern ins Spiel gegangen sind. Ich bin zufrieden mit der Leistung, aber das Ergebnis fiel um fünf bis sechs Tore zu hoch aus.

Was ist in der Vorbereitung gut-, was ist schiefgelaufen?Sliwa: Ich bin sehr zufrieden. Ein paar Spieler, wie Max Bender und Denny Purucker, haben muskuläre Probleme, das ist aber für den Stand der Vorbereitung normal. Christopher Klee ist noch in der Aufbauphase, Niklas Schwenzer ist umgeknickt, da muss man nun abwarten, was es genau ist.

Kalabic: Die Wetterbedingungen. Warm, das ist in der Jahreszeit zu erwarten, diesmal war es extrem. Auch die vorgekommenen Verletzungen würde ich gerne ungeschehen machen, um in voller Mannschaftsstärke die Vorbereitung zu Ende zu bringen. 

Wer von den Neuzugängen hat Sie schon beeindruckt, wer hat Schwierigkeiten?Kalabic: Beeindruckt hat mich keiner, ich habe gewusst, was auf mich zukommt. Keiner hat bisher alles abgefackelt, dass man sagen würde: wow! Ich will sehen, dass der eigentliche Star die Mannschaft ist. Natürlich ist der Anpassungsprozess für den jungen Lukas Gerstle, er hat Pfalzliga gespielt, am größten. Er macht es gut. 

Sliwa: Alexander Falk ist sehr überraschend auf einem sehr guten Niveau mit seinen 17 Jahren. Niklas Schneider hat mit 19 schon zwei Knie-OPs hinter sich und nur unter Schmerzen trainieren können. Ihm habe ihm erst mal eine Pause verordnet.

Stellt sich ein Trainer zu diesem Zeitpunkt die ganze Saison wie einen Film vor, wie der am besten laufen sollte?Kalabic: Irgendwo hat man eine Vision, aber tagtägliche Arbeit ist das Wichtigste. Man darf sich nicht zu viele Gedanken machen. Man hat seine Leitlinien, es wird immer analysiert, bewegen wir uns auf ihnen oder gibt es Abweichungen. Das wird nach jedem Training hinterfragt. 

Sliwa: Ich denke momentan an die ersten drei, vier Spiele. Gut in die Saison zu kommen, wird ganz wichtig sein. Da gilt es, einen Grundstock für eine gute Saison zu legen.

Was passiert, wenn Ihre Mannschaft mit 0:8 Punkten in die Runde startet?Sliwa: Die Frage würde ich streichen. Ich glaube nicht, dass wir mit vier Niederlagen starten. Wir haben eine sehr gute Qualität im Kader und ich vertraue meiner Mannschaft, dass wir die kommenden Aufgaben mit der nötigen Einstellung angehen.

Kalabic: Dann fahren wir nach Nußloch, das ist das fünfte Spiel, und holen uns die Zähler. Die Erwartungen sind riesengroß, aber: In der vergangenen Saison sind von vier Aufsteigern drei wieder abgestiegen. Es ist wichtig, sich nicht beeindrucken zu lassen. Bekannterweise wird im Mai abgerechnet. 

Wen erachten Sie als ganz starke Konkurrenten?Sliwa: Die üblichen Verdächtigen: Leutershausen, Nußloch wird eine gute Rolle spielen, Pforzheim allein schon von den Neuverpflichtungen. Die letzten Jahre in dieser starken Liga haben jedoch gezeigt, dass ,jeder jeden’ schlagen kann, wenn man in einem Spiel nicht ans Limit geht. 

Kalabic: Was meinen sie mit Konkurrenten? Für mich sind Konkurrenten diejenigen, die gegen den Abstieg kämpfen. Spitzenmannschaften sind Pforzheim, Nußloch und Hochdorf, dann kommt ein breites Mittelfeld. 

Am zweiten Spieltag steht schon das Derby TSG Haßloch gegen TV Hochdorf an. Was wird am 5. September in Ihrem Verein los sein, wenn das Spiel verloren wird?Kalabic: Gar nichts. Es könnte sein, dass einige enttäuscht wären. In diesem Spiel sind aber auch nur zwei Punkte zu gewinnen oder zu verlieren. Natürlich würde ich mir einen Erfolg wünschen; aber die anderen Spiele sind nicht weniger wichtig. 

Sliwa: Wir werden es nicht verlieren, aber auch so würde es weitergehen. Die Mannschaft ist sehr ehrgeizig und motiviert. Natürlich gehört da auch Glück dazu, das werden wir uns erkämpfen. Wir freuen uns bereits jetzt auf ein echtes Pfalzderby, voller Emotionen in einer ausverkauften Halle. Deswegen spielen wir alle Handball.

(Interview: Thomas Cattarius, Die Rheinpfalz, 17.08.2015)

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