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"Kommen oft einen Schritt zu spät"

29. September 2015

Denny Purucker, der vom TV Groß-Umstadt aus der 3. Liga Ost nach Hochdorf wechselte, spricht im Interview über Defensivprobleme, seine Torgefahr und ob der Süden denn dem Osten überlegen ist.

36:36 habt ihr euch von der SG Kronau/Östringen II getrennt. Wie sind deine Gedanken so kurz nach dem Spiel?

„Zunächst einmal überwiegt sicherlich die Freude. Wenn du zeitweise mit sieben Toren hintenliegst, fällt es schwer, so richtig an den Sieg zu glauben, aber wir haben gut gekämpft und Tor um Tor gutgemacht. Dass wir den Ausgleich dann durch einen direkt verwandelten Freiwurf erzielen, ist dann jedoch etwas glücklich.“

Ist das für euch nun ein gewonnener oder ein verlorener Punkt?

„Ein gewonnener!“

36 eigene Tore sind eine Zahl, mit der man definitiv gut leben kann. Die 36 Gegentore bestätigen jedoch den Eindruck der letzten Wochen, dass man in der Abwehr nur selten Zugriff auf den Gegner bekam. Woran liegt das?

„36 Gegentreffer sind ohne Frage viel zu viele. Allein in der ersten Halbzeit haben wir ja schon 20 bekommen, das ist natürlich eine klare Sechs. In den ersten beiden Spielen haben wir mit einer 3:2:1-Deckung angefangen, dort aber Probleme gehabt, die wir in der Vorbereitung nicht hatten, weshalb wir alle ein bisschen überrascht waren. Deswegen sind wir in die 6:0 übergegangen, die gegen Nußloch und Heilbronn gut geklappt hat. Wir arbeiten defensiv eigentlich immer gut, aber dann machen wir einen Fehler und sind dann einen Schritt zu spät, wie man auch im Spiel gegen Kronau wieder sehen konnte. Wir müssen mehr füreinander kämpfen und dann wird das auch wieder!“

Dass es am Kampfgeist eigentlich nicht mangelt, hat man an den Schlussminuten der Partie gegen die Junglöwen gesehen. Warum verschlaft ihr den Start dann trotzdem immer wieder, obwohl ihr doch mittlerweile eigentlich wissen müsstet, dass man in dieser Liga 60 Minuten lang konzentriert spielen muss?

„Wenn wir das wüssten, würden wir es natürlich abstellen. Wenn wir dann auch schnell ein paar Tore bekommen, geht der Kopf auch etwas schneller runter und man macht vielleicht auch mal einen Schritt weniger in der Abwehr. Eigentlich können wir es ja und darauf können wir aufbauen!“

Positiv ist auch, dass ihr seit drei Spielen ungeschlagen seid. Und nun folgen mit Balingen und Großsachsen zwei eher schlagbare Gegner. Bist du mit den 5:5 Punkten zurzeit zufrieden?

„Nun ja. Die ersten beiden Spiele waren eine Katastrophe. Mit den letzten drei Spielen kann man aber schon zufrieden sein und deshalb ist ein ausgeglichenes Punktekonto auch nicht schlecht. Jetzt kommen zwei Spiele, die wir gewinnen sollte, und wenn wir das auch schaffen, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“

Nicht nur in der Mannschaft, sondern auch bei dir selbst ist ein klarer Formanstieg zu erkennen. 

„Am Anfang war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden. Wenn die Mannschaft gut spielt, spiele ich auch gut und deshalb bin ich mit meiner Leistung in den letzten zwei, drei Spielen auch größtenteils zufrieden. Das entscheidende Tor in Heilbronn hat mir natürlich auch nochmal Selbstvertrauen gegeben und dass ich gegen Kronau dann anfangen durfte, zeigt, dass Marco auf mich setzt.“

In Groß-Umstadt, deinem vorherigen Verein, warst du nicht unbedingt als Torjäger bekannt und hast allein in den letzten beiden Spielen ein Drittel deiner Tore in der gesamten letzten Saison erzielt. 

„Marco hat von Anfang an gesagt, dass ich als Spielmacher nicht nur die Bälle verteilen, sondern auch torgefährlich sein soll. Die Spielzüge und meine Mannschaftskameraden schaffen für mich auch mehr Wurfgelegenheiten, als ich sie noch in Groß-Umstadt hatte. Ich denke, dass ich sogar noch torgefährlicher werden kann und habe deshalb auch einen Großteil des Sommers daran gearbeitet.“

Du kommst von der 3. Liga Ost in die 3. Liga Süd. Kannst du eine Antwort auf die noch ungeklärte Frage, welche der beiden denn die bessere ist, geben?

„Das haben mich tatsächlich schon einige gefragt. Im Osten spielen viele ältere Spieler, auch aus Osteuropa. Dadurch ist der Handball dort langsamer, aber das Spiel ist robuster. Hier im Süden sind viele junge, schnelle und spielstärkere Mannschaften. Das Spiel hier im Süden liegt mir auf jeden Fall ganz gut.“

Interview: Tobias Faller

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