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"Ich möchte eine mannschaftliche Geschlossenheit!"

27. Juni 2015

Mit Marco Sliwa hat der TV Hochdorf eine interne Lösung für den Posten des Cheftrainers der ersten Mannschaft gefunden. Wir haben uns mit dem ehemaligen Kapitän der Pfalzbiber über die vergangenen Tage, die Vorbereitung und selbstverständlich auch die kommende Saison unterhalten.


Die letzten 14 Tage waren wohl sehr turbulent für dich. Kannst du kurz beschreiben, wie der Ablauf war? Wann wusstest du, dass du zur engeren Auswahl für den Trainerposten gehörst?

"Christian Deller hat mich an dem Abend, an dem bekannt wurde, dass Benny Matschke nach Friesenheim wechselt, kontaktiert. Zuerst haben wir gar nicht über das Traineramt gesprochen, sondern über die aktuelle Situation. Er hat mich nach meiner Einschätzung gefragt und ich denke, dass ich das relativ objektiv beantworten konnte. Ein paar Tage später haben wir uns dann zusammengesetzt, da hat er mir gesagt, dass ich im Gespräch bin. Wir haben uns noch ein, zwei Mal getroffen und hierbei ein paar konkrete Sachen gesprochen; daraufhin ging alles recht zügig."

Obwohl einige namhafte andere Bewerber mit dir konkurriert haben, hat sich der Verein für dich entschieden. Dein großer Vorteil war es wohl, dass du die Abläufe in Hochdorf kennst, oder?

"Absolut! Dass ich die Stelle bekommen habe, ist ein riesiger Vertrauensbeweis vom Verein. Ich hatte hier als Spieler eine tolle Zeit und auch das Jahr als Trainer der zweiten Mannschaft hat mir extrem viel Spaß gemacht. Dass ich hier das Umfeld und die Leute kenne, hat mir natürlich auch in die Karten gespielt."

Du hattest schon als Spieler einen guten Draht zu Benjamin Matschke. Nun stehst du vor der schwierigen Aufgabe, innerhalb von knapp zwei Wochen einen kompletten Trainingsplan für den Sommer aufzustellen. Inwiefern leistet er dir dabei Unterstützung?

"Matschke und ich haben uns vor einigen Tagen mal zum Mittagessen getroffen, wo wir über ein paar Dinge gesprochen haben. Im Endeffekt war es mehr eine Erörterung seines Trainingsplans, den ich zum Großteil übernehmen werde. Ein anderes wichtiges Gesprächsthema war die Absprache bei den Spielern mit Doppelspielrecht. Ansonsten steht mir Benny immer mit Rat und Tat zur Seite. Es ist auch sein Anliegen, dass die Kooperation weiterhin läuft und dass der TV Hochdorf weiter seinen Weg geht."

Auf was können sich die Fans des TV Hochdorfs einstellen? Hast du schon eine Idee, wie der Handball á la Sliwa aussehen soll?

"Das Allerwichtigste ist zunächst die mannschaftliche Geschlossenheit. Das war mir schon als Spieler sehr wichtig und ist es jetzt als Trainer umso mehr. Ich werde auch viel Wert auf die Abwehrarbeit legen, was schon als Spieler mein Steckenpferd war. Aus einer stabilen Abwehr heraus will ich dann Tempohandball spielen. Wir müssen schauen, dass wir wieder – anders als in der letzten Saison, als wir aufgrund der vielen Verletzten kaum schnell spielen konnten – mehr in die erste und zweite Welle kommen und so mehr einfache Tore erzielen. Auch das Spielerpotenzial ist da: Wir haben pfeilschnelle Außen und einen Rückraum, der auch mit viel Druck nach vorne preschen kann."

Du trittst als Nachfolger von Benjamin Matschke in ziemlich große Fußstapfen. Wer wird dir assistieren oder traust du dir alles schon alleine zu?

"Das stimmt; die Fußstapfen könnten nicht größer sein. Deshalb hoffe ich, dass die Fans und das Umfeld uns eine gewisse Zeit geben, da wir auch in der Vorbereitung einige Dinge ausprobieren werden. Auf jeden Fall werde ich die Sache nicht alleine angehen, weshalb wir mit Steffen Schneider einen sehr sympathischen und kompetenten jungen Mann mit B-Trainer-Lizenz verpflichtet haben."

Als Spieler warst du ein Heißsporn; immer 100% motiviert. Welchen Spieler aus dem jetzigen Team siehst du in der Verantwortung, zum emotionalen Leader aufzusteigen?

"Mir wäre es natürlich am liebsten, wenn alle Spieler emotionale Akzente setzen können. Aber es gibt eben auch Spielertypen – und die gab es schon immer -, die von ihrer Art her ruhiger sind. Ein Steffen Bühler oder ein Daniel Lanninger können die Mannschaft motivieren, spontan würden mir auch noch ein paar andere Kandidaten einfallen, die gut in diese Rolle passen würden. Vor allem würde ich mich allerdings freuen, wenn die Torhüter aus sich herausgehen, denn gute Paraden geben der kompletten Mannschaft einen Schub. Deshalb bin ich froh, dass wir mit Maximilian Bender und Sandro Sitter so ein gutes Torhütergespann haben."

Wie sieht es denn generell im Kader aus? Sind die Karten neu gemischt oder wirst du auf die ersten Sechs aus der vergangenen Saison vertrauen?

"Zum einen muss man sagen, dass es schon letzte Saison keine wirkliche erste Sechs gab, sondern dass Matschke die Startaufstellung vom Gegner abhängig gemacht hat. Zum anderen muss ich sagen, dass es auch bei mir von Null losgehen wird und ich mich schon auf einen starken Konkurrenzkampf freue. Es kann sich niemand auf guten Leistungen im letzten Jahr ausruhen, denn dafür ist die Konkurrenz einfach zu gut. Ich brauche nicht nur sieben Spieler, sondern 14, damit ich durchwechseln kann, ohne dass ein Bruch im Spiel entsteht. Man kann auf diesem Niveau keine 60 Minuten mehr durchspielen!"

Eine deiner Aufgaben besteht darin, sechs Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren. Hast du dich schon mit dem ein oder anderen in Verbindung gesetzt?

"Ja, habe ich. Gerade mit den jungen Spielern werde ich in der Vorbereitung viele Einzelgespräche führen; das wird auch wichtig sein. Das Ziel muss es sein, die Jungs so schnell wie nur möglich in die Mannschaft zu integrieren. In Hochdorf war es noch nie schwer, in die Mannschaft hineinzukommen; wir haben tolle Charaktere und die Teamchemie ist super. Von daher denke ich nicht, dass es den Neuzugängen sonderlich schwer fallen wird, sich hier einzufinden."

Gibt es schon bestimmte Spiele, auf die du dich besonders freust?

"Die Derbys haben natürlich immer einen besonderen Anreiz. Die beiden Spiele gegen Haßloch werden zweifelsohne zwei große Highlights der Saison darstellen. Mir wäre es zwar lieber gewesen, wenn es nicht für den zweiten Spieltag terminiert worden wäre, aber auf der anderen Seite kann das für die Spieler auch ein bisschen Extramotivation bringen, wenn wir schon am zweiten Spieltag vor über tausend Leuten spielen. Aber an sich kann man über die Staffeleinteilung nicht beschweren. Wir haben nur die Spiele in Konstanz und Balingen, zu denen wir länger als zwei Stunden fahren müssen und haben eine Menge Derbys. Ich freu‘ mich drauf!"

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