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"Die Mutter aller Derbys"

05. September 2015

Handball: Der ambitionierte TV Hochdorf ist mit einer Niederlage in die Saison der Dritten Liga gestartet. Morgen nun steht das brisante Duell beim Rivalen TSG Haßloch an (19.30 Uhr, Pfalzhalle) an. Über 1000 Zuschauer werden erwartet. Extra für dieses Spiel haben die Gäste diese Woche die Pfalzhalle für ihre Trainingseinheiten gemietet. 

Hassloch. Irgendjemand hat im sozialen Netzwerk Facebook Folgendes geschrieben: Derbytime. Es gibt vermeintlich viele von ihnen: „Flensburg gegen Kiel, Celtic gegen Rangers, Schalke gegen Dortmund, Galatasaray gegen Fernerbahce, Kaiserslautern gegen Mainz, Mundenheim gegen Friesenheim. Doch die Mutter aller Derbys bleibt unumstritten TSG Haßloch gegen TV Hochdorf.“ Immerhin liegen beide Dörfer etwa 13 Kilometer auseinander. Und: Beide Klubs spielten von 1998 bis Mai 2002 als HSG Haßloch/Hochdorf zusammen. Die Spielgemeinschaft stieg in die Regionalliga auf. Doch im Dezember 2001 hatte der TVH mitgeteilt, dass er den HSG-Vertrag aus finanziellen Gründen zum Saisonende kündigen müsse. Die TSG trat anschließend wieder in der Regionalliga an, der TVH eine Klasse tiefer in der Oberliga. In der Dritten Liga trafen beide Mannschaften in der Saison 2010/2011 aufeinander. Am 12. November 2010 gewann Hochdorf in Haßloch 28:24. Entscheidend war schließlich das Rückspiel am 25. März 2011 in Hochdorf. Denn mit dem 31:26-Erfolg vor über 700 Zuschauern hatte der TVH den Haßlocher Abstieg besiegelt. Morgen, 19.30 Uhr, ist es in der Pfalzhalle in Haßloch wieder so weit. Am zweiten Spieltag der Dritten Handball-Liga Süd erwartet Aufsteiger Haßloch den Tabellendritten der vergangenen Saison. Und besagter Hochdorfer animiert die TV-Anhänger auf Facebook dazu, in der Vereinsfarbe Grün zu erscheinen: „Lasst uns das Auswärtsspiel zum Heimspiel machen – alle in Grün.“Über den Vergleich mit brisanten Duellen aus der Handball-Bundesliga und dem Profifußball muss Thomas Müller, Sportlicher Leiter der TSG, lachen. „Was die sich alles einfallen lassen ...“ Doch auch die Haßlocher sind nicht untätig geblieben, weichen von ihrem angestammten TSG-Sportzentrum in die Pfalzhalle aus, in der laut Müller rund 1800 Leute Platz haben. „Ich rechne mit deutlich über 1000 Zuschauern“, sagt er und bittet die Besucher, „unbedingt früh zu kommen“, damit das Spiel pünktlich beginnen könne. Zwei Kassen würden bereits ab 17 Uhr geöffnet sein. 

Normalerweise gilt in der Pfalzhalle, die dem Pfälzer Handball-Verband gehört, ein Harzverbot. Doch werden beide Teams mit einem wasserlöslichen Harz spielen. Die Hochdorfer haben extra für diese Woche die Pfalzhalle für ihre Trainingseinheiten gebucht. Die Haßlocher sind die Handballhalle gewöhnt – sie trainieren dort ohnehin jeden Freitag. 

„Vom Hallenboden und von der Beleuchtung her spiele ich lieber im TSG-Sportzentrum“, gibt TSG-Linkshänder Kai Zimmermann zu. Zimmermann spielt seine zweite Saison bei der TSG Haßloch. Zuvor trug er das Trikot des TV Hochdorf. Zimmermann bestätigt die Aussage, dass es morgen die „Mutter aller Derbys“ ist und erinnert sich eher ungerne an das verlorene Pfalzpokalfinale 2014. Damals war er noch ein Hochdorfer. Der TVH verlor 24:29. „Angenehm war’s nicht, damals stand schon fest, dass ich nach Haßloch wechseln werde“, erzählt der Maschinenbaustudent. 

Kai Zimmermann kennt fast alle Hochdorfer Spieler. „Was ihre Spielanlage angeht, sehr, sehr gut“, lobt er. Zu einem Hochdorfer pflegt der Haßlocher mit der Trikotnummer 69 einen sehr guten Kontakt. „In Daniel Lanninger habe ich einen sehr guten Freund in Hochdorf.“ 

Apropos Nummer 69: Seit er 15 Jahre alt sei, trage er diese Trikotnummer, erzählt Zimmermann. „Ich hatte die 69 in Hochdorf, in Friesenheim, in Worms und jetzt in Haßloch.“ Einen triftigen Grund, diese Nummer zu haben, gebe es nicht. 

Haßloch und Hochdorf haben ihr Auftaktspiel verloren. Im Derby bei der TSG Haßloch erwartet TVH-Trainer Marco Sliwa daher von seinen Akteuren eine ganz andere Einstellung. „Wir hatten uns am Montag zusammengesetzt und einige Dinge angesprochen“, sagt Sliwa: „Jeder hat selbstkritisch das Spiel analysiert und erkannt, dass wir einen Gang zulegen müssen.“ Hochdorf könne in Haßloch nur dann bestehen, wenn die Mannschaft eine stabile Abwehr stelle, sagt der 31 Jahre alte Polizeibeamte. Sliwa und Co-Trainer Steffen Schneider hätten daher im Training den Schwerpunkt auf die Defensive und auf das Umschaltspiel gelegt.

Das war auch nötig. „Die TSG hat eine gute Qualität in ihrem Kader. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe“, sagt Sliwa. Wegen einer starken Erkältung musste der neue Trainer beim Abschlusstraining passen. So leitete gestern Abend Steffen Schneider die letzte Einheit vor dem Derby. Jugend-Nationalspieler Dominik Claus (krank), Niklas Schwenzer (Fuß), Nick Beutler (Kreuzbandriss), Niklas Schneider (Knie) sowie Pascal Kirchenbauer (Einsatz bei der TSG Friesenheim) müssen passen.

(Von Sabine Dean und Jochen Willner, Die Rheinpfalz, 04.09.2015)

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