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112 Kilo am Kreis

20. August 2015
HOCHDORF-ASSENHEIM. Niklas Schneider gilt als ein sehr talentierter Spieler mit einer guten Zukunftsperspektive. Deswegen hat ihn auch Drittligist TV Hochdorf verpflichtet. Der 19 Jahre alte Kreisläufer bringt mit einer Größe von 1,93 Meter sowie einem Körpergewicht von 112 Kilogramm die besten Voraussetzungen mit, um im Schatten des stärksten Kreisläufer-Duos der dritten Liga Staffel Süd, Steffen Bühler und Stefan Job, weiter zu reifen.

„Niklas hat die besten körperlichen Voraussetzungen. Er wird auch seine Chancen bei uns bekommen“, legt sich Hochdorfs Trainer Marco Sliwa fest. Er lobt den Südwestpfälzer aus Hauenstein sehr. Schneider trug vor seinem Wechsel nach Hochdorf das Trikot des Oberligisten TV Offenbach. Mit 112 Kilogramm ist der angehende Elektroniker für Gerätesysteme bei der Bundeswehr in Bad Bergzabern inzwischen der schwerste Athlet in den Reihen der Grün-Weißen. Eine Marke, die im Handball kein Nachteil sein muss. Denn als Kreisläufer muss man robust und standfest sein. Meistens macht ein Großteil dieser Gewichtsangaben Muskelmasse aus. Denn Handballer müssen viel Kraft haben. Dafür legen sie Sonderschichten im Fitnessstudio ein. Schneider hat sich seinen athletischen Körper über viele Jahre aufgebaut. Er will nämlich Erfolgserlebnisse feiern. 

In der vergangenen Saison bei den Bundesliga-A-Junioren der TSG Friesenheim wurde er unter Ex-Trainer Martin Röhrig kaum berücksichtigt. Das hat ihm nicht gefallen. Deshalb ging er noch als A-Jugendlicher zum Handball-Oberligisten TV Offenbach. Die unbefriedigende Zeit in Friesenheim hat er mittlerweile abgehakt. „Ich bin froh, dass ein Bekannter meinen Namen in Hochdorf ins Spiel brachte und ich dort von Beginn an das Gefühl bekam, dass man auf junge Spieler setzen will“, erzählt Schneider. Der 19 Jahre alte Kreisläufer unterschrieb einen Vertrag für die kommende Spielzeit. 

Die dritte Liga war auch sein Ziel. „Es ist eine große Herausforderung, aber ich habe Geduld und möchte jede Möglichkeit nutzen, um mich weiter zu entwickeln. Mein Wille ist da“, sagt er. Willensstärke und Geduld ist in Schneiders Situation auch gefragt. Denn hinter Bühler, Job und Robin Matschke wird es nicht leicht sein, viele Spielzeiten zu erhaschen. 

Die wird er auch in der zweiten Mannschaft des TVH in der Verbandsliga bekommen. Davon ist Schneider überzeugt – und nicht enttäuscht. Derzeit ist er im Drittliga-Kader gefordert, da Stefan Job nach seiner Operation am Schleimbeutel ausfällt. „Es wird schneller gespielt und das Zusammenspiel ist anders“, meint Schneider. 65 Kilometer beträgt die einfache Distanz von Hauenstein nach Hochdorf. Viermal die Woche nimmt er die Strecke in Kauf. 

Schneider will sich in Hochdorf durchsetzen, auch wenn er vor wenigen Monaten in Friesenheim fast ans Aufhören dachte. Die Zeiten haben sich aber geändert. Schneider spürt nicht nur das Vertrauen von Trainer Marco Sliwa, sondern fühlt sich auch in die neue Mannschaft integriert. „Es macht wieder Spaß“, sagt er.

(Von Jochen Willner, Die Rheinpfalz, 20.08.2015)

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