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»Haben uns vor Augen geführt, was wir uns vorgenommen hatten«

17. September 2017



Die Frage nach dem gewonnenen oder dem verlorenen Punkt kam nach dem 30:30 zwischen dem TV Hochdorf und den Rhein-Neckar Löwen II gar nicht auf. Denn alle Beteiligten waren sich einig: Das Ergebnis spiegelte perfekt die Kräfteverhältnisse auf dem Feld wider.

Gäste-Trainer Michel Abt war sich sogar sicher: »Wenn wir noch 20 Minuten länger gespielt hätten, wäre das Spiel wahrscheinlich immer noch Unentschieden ausgegangen.« Dass sich seine Mannschaft nicht an einem doppelten Punktgewinn erfreuen kann, hat für den jungen Coach vor allem mit dem eigenen Überzahl-Verhalten zu tun gehabt. Obwohl Hochdorf sechs Zeitstrafen, alle in Durchgang zwei, aufgebrummt bekam, konnte sein Team nie so wirklich Kapital daraus schlagen und hatte in der Verteidigung auch keinen guten Zugriff auf die Hochdorfer Rückraumschützen um Torben Waldgenbach und Arne Ruf. Dennoch ist Abt stolz auf seine Truppe: »Ein Punkt in Hochdorf ist nicht selbstverständlich. Ihr Auftaktprogramm hat über das eigentliche Leistungsvermögen der Mannschaft hinweggetäuscht.« Er ist sich sicher: Das Ergebnis ist gerecht und mit dem Punktgewinn ist er zufrieden.

Sein Gegenüber Stefan Bullacher gab erst einmal Einblicke in seine Gefühlswelt: »Obwohl wir uns gesagt haben, wenn wir mit 0:6 Punkten in die Saison starten, ist es eben so, waren wir die letzten Tage nicht mehr so locker, wie wir vor Saisonbeginn zu diesem Szenario gedacht haben. Es gibt diesen Satz: »Angst frisst Seelen auf.« Das haben wir die ganze Woche hier gehabt.« Gerade deshalb war der A-Lizenz-Inhaber aber über die kämpferische Leistung seiner Mannschaft höchst erfreut und hätte sich einen Sieg als Belohnung gewünscht, auch wenn er sofort nachschiebt: »Aber das Ergebnis ist absolut gerecht. Jede Mannschaft findet für sich etwa 20 Szenen, wo man sagen könnte: »Da hätten wir es entscheiden können.« Ich bin froh, dass wir im Vergleich zu den letzten Spielen einen großen Schritt nach vorne gemacht haben.«

Das letzte Tor zum 30:30 ging auf das Konto von Niklas Schwenzer, der gewohnt unscheinbar und solide die linke Außenbahn beackerte. Dass die Pfalzbiber trotz des ernüchternden Saisonstarts und dem zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand den Kopf nicht in den Sand gesteckt haben, freut auch ihn. »Wir haben uns vor Augen geführt, was wir uns am Anfang vorgenommen haben: dass wir aggressiv verteidigen und uns dadurch Sicherheit holen. Vorne haben wir geduldig unsere Systeme gespielt und die Chancen, die sich daraus ergeben haben, konsequent genutzt. Wir haben das aufs Feld gebracht, was wir im Training besprochen haben«, erklärt er, wie die Aufholjagd zustande gab. Einen ganz wichtigen Faktor möchte er dabei auch nicht außer Acht lassen: »Die Unterstützung der Zuschauer hat uns ein Stück weit getragen.«

(Von Tobias Faller, 17.09.2017)

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